Mehr Migranten als Lehrer
3 Jul 2010Laut der der PISA-Studie sind die deutschen Schüler nicht gerade weit vorne im internationalen Bereich. Noch härter wird jedoch mit den Schülern ins Gericht gegangen, die einen Migrationshintergrund aufweisen. Viele brechen die Schule ab oder erreichen nur einen niedrigen Schulabschluss. Um dieses Problem zu beheben arbeitet man an Lösungen. Eine davon ist der Versuch, mehr Migranten als Lehrer zu gewinnen.
Bisher sind diese – gelinde gesagt – unterrepräsentiert. Zwar steigt die Anzahl von Abiturienten und Abiturientinnen mit Migrationshintergrund bei den Studienanfängern, aber mit einer Quote von acht Prozent bei den Gesamtstudierenden ist man noch weit von einer zufriedenstellenden Quote entfernt. Bei den Lehramtsstudenten haben sogar nur sechs Prozent einen Migrationshintergrund, was die geringen Lehrerzahlen in diesem Bereich erklärt.
Daran soll aber nun gearbeitet werden, denn Lehrer mit Migrationshintergrund werden auch von der Integrationsbeauftragten Böhmer immer stärker gefordert. Ihrer Ansicht nach würde dies helfen, die Situation der Migrantenkinder in den Schulen zu verbessern. Der Unterricht selber soll auch weiterhin auf Deutsch abgehalten werden, aber die Integrationsbeauftragte geht davon aus, dass die Kinder sich besser mit einem Lehrer identifizieren können, der den gleichen Hintergrund hat wie sie selber.
In der Realität sieht es derzeit allerdings noch anders aus, die meisten Lehrer mit Migrationshintergrund sind selten an Schulen beschäftigt, die einen hohen Ausländeranteil aufweisen. Die Regel sieht derzeit so aus, dass an Schulen in Großstädten, wo die Anzahl der Kinder mit Migrationshintergrund oftmals höher ist, immer noch fast exklusiv deutschstämmige Lehrer unterrichten. Diesen Missstand gilt es in den nächsten Jahren zu beheben und Aktionen wie „Mehr Migranten werden Lehrer” sind der erste Schritt in die richtige Richtung.
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