Sinnvolle Sprachförderung für Migranten

22 Aug 2011

Praktische Sprachförderung ist der Schlüssel

In Deutschland kann jeder fünfte Einwohner ausländische Wurzeln vorweisen, das entsprcht 15,5 Millionen Menschen mit Migrationshintergund. Seit der Einführung des neuen Zuwanderungsgesetzes im Jahr 2005 sind die Sprachkurse für „Neuzuwanderer“ (also jende, die ab 2005 ins Land kamen) verpflichtend. Die Ämter, die für die Neuzuwanderer zuständig sind, können diese laut Gesetz zu einem „Integrationskurs“ verpflichten. Auch die sogenannten „Altzuwanderer“ (jene, die vor 2005 zugewandert sind) können dann zu Integrationskursen verpflichtet werden, wenn sie etwa Arbeitslosengeld beziehen und so als „integrationsbedürftig“ gelten. Die Kurse sollen den Migranten helfen sich besser zu integrieren. Bleibt nur die Frage, ob dieses Ziel auch immer erreicht wird… Die Sprachkurse stellen eine Herausforderung für Lehrer und Lernende dar.

Wie sehen die Sprachkurse aus?

Während sich die meisten von uns den Luxus leisten können auf Sprachreisen Italien unser „Urlaubsitalienisch“ zu verbessern oder beim Spanisch lernen die Iberische Halbinsel zu erkunden müssen sich Migranten aufgrund gesetzlicher Vorgaben und aus Gründen der Integration mit der Sprache ihres Gastlandes anfreunden. Ein Unterfangen, das sich nicht immer ganz leicht gestaltet. Die sogenannten Integrationskurse setzen sich aus einem Sprachkurs und einem Orientierungskurs zusammen, in dem die Einwanderer mit grundlegenden Werten der deutschen Gesellschaft vertraut werden sollen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bietet verschiedene Kurse für Jugendliche, Frauen oder aber auch Analphabeten an. 11 unterschiedliche Kursprogramme insgesamt. Nach 645 Unterrichtsstunden wird eine Prüfung absolviert. Für Analphabeten sind es 945 Stunden. Wer die Prüfung nicht besteht erhält dann noch zusätzliche 300 Stunden.

Soweit die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Ganz so einfach stellt sich die Integration in die Sprache und Kultur eines Gastlandes gewöhnlich aber nicht dar. Die Sprachförderung für Migranten betreffend, ist es wichtig, das jeweils Eigene, das die Menschen in Bezug auf Sprache und Bildung aus der „alten Heimat“ mitbringen zu beachten. Mit steigendem Alter der Studierenden wird auch die Information über deren Vorbildung und den Spracherwerb immer diffuser.

Praktisches Sprache lernen

Wie die Wiener Sprachwissenschaftlerin Katharina Brizic erklärt ist die linguistische Wissenschaftskultur in den europäischen Ländern geprägt worden, die zumeist nur eine Sprache als dominierende Staatssprache aufwiesen. Erst durch die Migration wurde das Thema Zweitsprachen und Zweitspracherwerb interessant. Brizic schlägt vor, dass die Sprachkurse für Migranten beispielsweise vor allem lebensnah sein müssten. Es geht um das Anwenden, das Angreifbar-Machen der Sprache und das Miteinander Praktizieren und Kommunizieren. Eine Isolierung in eigene Klassen für Migrantenkinder ist deshalb genau der falsche Lösungsweg. Für Erwachsene schlägt die Sprachwissenschaftlerin, die sich auch in einem eigenen Projekt mit der Sprachfördeurng bei Migranten beschäftigt, vor Anreize zur Teilhabe an der Gesellschaft zu bieten. Rechte, wie jenes auf Aufenthalt, Arbeit oder Mitbestimmung sind dabei wichtige Triebfedern. Eine sinnvolle Ergänzung stellen auch Kurse, die für bestimmte Berufsgruppen zugeschnitten sind dar.

Bild: panthermedia.net | Monkeybusiness Images

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