Der Bologna Prozess und seine Auswirkungen auf Europa

22 Dez 2011

Die meisten Studenten studieren nun auf Bachelor und Master

In den vergangenen Jahren gab es gravierende Änderungen im Hochschulsystem. Im Jahr 1999 unterzeichnete die EU den sogenannten Bologna Prozess mit dem Ziel, das europäische Hochschulsystem zu vereinheitlichen, um den Absolventen besser Chancen auf den internationalen Arbeitsmarkt zu geben und die europäischen Länder gleichzeitig attraktiver für Auslandsstudien zu machen. Diese grundlegenden Umstrukturierungen sollten ursprünglich 2010 abgeschlossen sein. Doch bei der Umsetzung traten einige Fehler auf Kosten der Studenten auf.

Abschaffung von Diplom, Magister und Staatsexamen

Da sich die Studienabschlüsse in Deutschland von denen im Ausland unterschieden, führte die Politik an den Universitäten den Bachelor und Master ein. Diese ersetzen ersetzten die Diplom, Magister sowie das Staatsexamen als neuer Abschluss für Lehrer. Jedoch hatte diese Umstellung negative Konsequenzen. Während das Studium der Naturwissenschaften reibungsloser verlief, ließ die Umsetzung in den Geisteswissenschaften zu wünschen übrig. So besaßen die Bachelor-Studenten bei Fremdsprachen zwar ein breit gefächertes Grundwissen, doch gab es zu wenige Möglichkeiten, den Stoff zu vertiefen, so dass Magister-Absolventen über ein besseres Fachwissen verfügten. Für ein erfolgreiches Lernen ist es daher in den neuen Abschlüssen Eigeninitiative wichtig.

Strukturierte Bachelor-Master-Studiengänge im Ausland

Die europäischen Länder führten die Umstellung auf unterschiedliche Weise ein. So gilt in Dänemark der Deutschland nicht als eigenständiger Abschluss wie in Deutschland, sondern erfordert den Master für einen anerkannten Abschluss. Grundsätzliche bestehen die neuen Studienabschlüsse aus mehreren Stufen, bei denen Studierende im Bachelor die Grundlagen lernen und sich im Master spezialisieren. In Deutschland jedoch sind Master-Plätze häufig zulassungsbeschränkt, so dass einige Bachelor-Studenten auf den aufbauenden Abschluss verzichten. In Portugal hat die Umstellung eine Verkürzung der Studienzeit zur Folge, zudem variiert die Dauer des Master-Studienganges in verschiedenen Ländern. Zwar sollte der Bologna Prozess längst abgeschlossen sein, doch liegt weiterhin viel Arbeit vor den Ländern.

Praktika und Schlüsselkompetenzen

In der Wirtschaft sowie in Naturwissenschaften hat die Umstellung dagegen besser funktioniert. Möchten Sie nun Internationales Management studieren, sollten Sie – neben den regulären Studieninhalten – sogenannte Soft Skills erlernen, dazu gehören Kommunikation, selbstständiges Arbeiten und die Bereitschaft, Neues zu lernen. Ebenso ist es für die Vorbereitung auf das Berufsleben ratsam, in mehreren Praktika Erfahrungen zu sammeln. Tipp, einige Hochschulen bieten in den Semesterferien Kurse für Schlüsselkompetenzen an.

Bild: panthermedia.net Cathy Yeulet

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